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Gefestigt aus der Krise durch Stärkung eines gesunden Mindsets

Über die Selbstverständlichkeit rücksichtsvollen Handelns im Dienste des Gemeinwohls (von Thomas Schaller und Michael Schaller) English version of the article: http://www.english-portal.net/healthy-ways-through-the-crisis-update-4/

“Corona-Maßnahmen”, die darauf abzielen, sich und auch andere zu schützen, bringen einen mehr oder weniger freiwilligen Verzicht auf eigene Bedürfnisse mit sich. Die aktuelle Krise erfordert also ein erhöhtes Maß an Rücksichtnahme und ist somit auch eine große Herausforderung an das eigene Mindset. In manchen Ländern, wie z. B. Japan erfolgt diese “Selbstlosigkeit” großteils freiwillig. Es bedarf dort auch kaum der staatlichen Kontrolle von Maßnahmen. Den Europäern etwa fällt der freiwillige Verzicht auf Bedürfnisse jedoch schwer. Da nun der Staat eingreifen musste, fühlen sich die Menschen bevormundet. Ja, viele sehen sich in ihre Kindheit zurückversetzt, in der sie auch Verbote erhielten und Sanktionen bei Fehlverhalten erwarten mussten.

Unterschiedliche Krisentypen mit differenten Verarbeitungsmustern

Dies kann bei vielen Menschen, die in eine passive Rolle gedrängt werden und plötzlich etwa um ihren Arbeitsplatz bzw. ihren Betrieb bangen müssen, dann noch zusätzlich Traumata aus der Kindheit aktivieren, wenn sie z. B. sehr repressiv erzogen wurden (etwa durch Androhungen von Hausarrestsanktionen, körperlichen/psychischen Gewaltmitteln bei Widerstand o. ä.). Die aktuelle Situation kann aber auch eine Überforderung für Personen darstellen, die eine antiautoritäre Erziehung genossen haben.

Für Menschen, die also etwa einerseits Traumata oder anderseits eine Erziehung nahezu ohne Beschränkungen in ihrer Kindheit erfahren haben, kann es sehr hilfreich sein, sich diesen nun aufkommenden Gefühlen des Ärgers und der Angst zu stellen. In der aktuellen Situation kann überdies eine Therapie unterstützend wirken.

Dabei sollte eigentlich auch in unseren Breitengraden die wechselseitige Rücksichtnahme sehr verankert sein und keiner außerordentlichen polizeilich kontrollierten Anordnungen bedürfen. Bereits in der Bibel spricht Jesus von der Nächstenliebe. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. Daraus leiteten anglikanische Christen die goldene Regel ab: „Behandle andere so, wie du von andern behandelt werden willst“, deren Fundament der Grundsatz der praktischen Ethik darstellt, also die Wechselseitigkeit menschlichen Handelns.

Kulturpsychologische Prägungen

Aber bereits vor Christi Geburt finden sich ähnliche Denkweisen in verschiedenen Kulturen und Religionen (z. B. Konfuzianismus). Die Frage stellt sich nun, warum diese wechselseitige Rücksichtnahme hierzulande keine Selbstverständlichkeit darstellt und durch den Staat kontrolliert werden muss? Mit Sicherheit liegt es an einer Individualisierung der Gesellschaft im westlichen Raum, während in asiatischen Ländern und auch anderen östlichen Ländern die Gemeinschaft stärker im Vordergrund steht. Die Europäer verfolgen eine selbstbestimmtere Handlungsweise, die mehr auf Gewinnmaximierung abzielt.

Historisch betrachtet entwickelten sich ja auch viele Dienstleistungen am Menschen – die ja jetzt besonders in der Corona Krise von Interesse sind wie z. B. ärztliche, pflegerische Dienstleistungen, aber auch Militär und Polizei – in einer Zeit, in welcher sich Bürger der westlichen Staaten noch viel mehr als Teil der Gemeinschaft fühlten und auch ihr Dasein dem Gemeinwohl widmeten. Man denke z. B. auch an die Weltkriege, in denen die Menschen uniform ihr Leben für das Vaterland opferten.

Anregungen für ein krisentaugliches Mindset

Dieses selbstlose Handeln bezeichnet man als altruistisch und es kann dazu führen, dass jemand sich oder seine Mittel aufopfert, um anderen zu helfen. Der Altruismus geht also noch ein Stück weiter als die oben beschriebene goldene Regel, welche sich aus der Nächstenliebe abgeleitet hat. Bei der goldenen Regel geht es ja nur um eine Wechselseitigkeit menschlichen Handelns.

Der Helfer hingegen „gibt mehr“, als er zurückbekommt. Menschen mit Helfersyndrom sind gefährdet, ein Burn-out Syndrom zu entwickeln. Für Helfer ist es besonders wichtig, den Fokus mehr auf eigene Bedürfnisse zu richten.

Da dies derzeit aufgrund der Maßnahmen schwierig ist, können wir Ihnen empfehlen, zu „entschleunigen“ und damit die Voraussetzung für ein gesundes Mindset zu schaffen, das Sie auf die sich schnell ändernden Umstände flexibel einstellt.

Über die Selbstverständlichkeit rücksichtsvollen Handelns im Dienste des Gemeinwohls (von Thomas Schaller und Michael Schaller)

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